Die Geschichte des Espressos

Jul 24, 2014 von

Die Geschichte des Espressos

Der Espresso wurde um 1900 in Mailand erfunden. Sein Grundprinzip basiert darauf, dass heißes Wasser unter hohem Brühdruck durch feines Kaffeemehl gepresst wird. Die Bohnen wurden vor dem Mahlen dunkel geröstet. Im Ergebnis entsteht konzentrierter Kaffee mit Crema, einer haselnussbraunen Schaumschicht, die für das Aroma von Espresso recht entscheidend ist.

Verbreitung von Espresso

Überall auf der Welt gibt es inzwischen Espressomaschinen, verbreitet ist der spezielle Kaffee allerdings bis heute vorrangig in Südeuropa, wo er als Kaffee schlechthin gilt und serviert wird, wenn jemand beispielsweise als Tourist einfach eine Tasse Kaffee bestellt. Die ursprünglichen Espressokocher verwendeten Dampf für die Zubereitung, der mit einem gewissen Druck durch das Kaffeemehl gelangen musste, woher sich der Name ableitet, der vom italienischen Wort für “drücken” kommt. Mit Schnelligkeit, also einem “Express”, hat Espresso ausdrücklich nichts zu tun, allerdings gerät das heiße Wasser oder der Dampf tatsächlich etwas kürzer in Kontakt mit dem Kaffeemehl als bei Filterkaffee. Zu der Art der Zubereitung mit Siebträgermaschinen kommen weitere Kriterien hinzu wie die Bohnensorte und die Qualität der Bohnen, ihre Frische und die Röstung, die exakte Pulvermenge, der Mahlgrad sowie Wassertemperatur und -druck, damit guter Espresso entsteht. Bis um 1900 die ersten Espressi in Mailänder Café-Bars serviert wurden, hatten die Italiener schon eine Weile mit Siebträgermaschinen experimentiert, denn den richtigen Brühdruck zu erzeugen stellte sich als schwierige Herausforderung dar. Der italienische Erfinder Angelo Moriondo reichte ein entsprechendes Patent 1884 ein, sein Kollege Luigi Bezzera hatte schon 1855 auf der Pariser Weltausstellung einen Prototyp vorgestellt, dessen Vermarktung aber erst 1901 begann. Danach ging die Entwicklung der Siebträgermaschinen weiter, in Deutschland kamen sie ab den 1950er Jahren auf den Markt. Ihren Namen erhielten diese Maschinen durch den abnehmbaren Siebträger. In diesen kommt das EspressomaschineKaffeemehl, durch das dann der Dampf oder das heiße Wasser mit dem entsprechenden Brühdruck geleitet wird. Die Faktoren wie den Mahlgrad oder auch die Kompression des Mehls kann der Bediener beeinflussen, was wiederum für die Qualität des Espressos entscheidend ist. Es gibt immer noch Siebträgermaschinen, die mit einer elektrischen Pumpe den nötigen Brühdruck erzeugen, die ersten dieser Espressomaschinen wurden allerdings mit einem manuellen Hebel bedient.

Die Entwicklung von Espressomaschinen

Ab 1901 stellte das italienische Unternehmen Bezzera Espressomaschinen mit vier Brühgruppen her, bei denen der Brühdruck über Ventile gesteuert werden konnte. Der Unternehmer Desiderio Pavoni erwarb das Bezzera-Patent im Jahr 1903 und begann mit seiner Firma La Pavoni ab 1905 mit der Produktion von Espressomaschinen. Die erste automatische Espressomaschine – die “Illetta” – brachte Francesco Illy 1935 auf den Markt. Ab 1938 erfand der Tüftler Cremonesi die Kolbenmaschine, die erstmals dem Espresso seine Crema verlieh, 1961 schließlich entwickelte Ernesto Valente die elektronisch betriebene Rotationspumpe. Das Wasser wurde fortan kalt komprimiert und erst im Wärmetauscher auf 93 °C erhitzt, was dem Espresso zugutekommt. Aus diesem Prinzip entstand mit der Faema E61 der Prototyp moderner Espressomaschinen. Immer noch gibt es aber die ganz traditionellen Espressokannen, die jeder Italienurlauber kennt. Hier gelangt das heiße Wasser durch rein physikalisch erzeugten Wasserdruck ins Kaffeemehl und erzeugt auch auf diese Weise wohlschmeckenden Espresso.

 

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