Die teuersten Kaffeesorten der Welt

Jul 3, 2014 von

Die teuersten Kaffeesorten der Welt

Die teuersten Kaffeesorten der Welt kommen aus dem Verdauungstrakt von Tieren. Nicht nur die indonesische Schleichkatze Fleckenmusang produziert den als Kopi Luwak bekannten teuren Kaffee in ihrem Gedärm, auch benachbarte Länder – Osttimor mit dem Kopi Laku und Vietnam mit dem Ca Phe Chon – nutzen die Verdauung von Katzen für die Produktion teurer Kaffeebohnen. In Thailand setzt man dagegen auf große Tiere: Elefanten fressen Kaffeebohne, scheiden einige von ihnen unversehrt aus und sorgen auch damit für einen exquisiten, teuren Kaffee. In Europa geht es zivilisierter zu: Auf St. Helena wächst seit mindestens 200 Jahren eine Sorte, die als “Napoleon-Kaffee” zu den teuersten Kaffeesorten der Welt gehört, und das bei ganz traditioneller Produktion. Auch der aus dem südamerikanischen Hochland stammende Marogogype wird wohl traditionell geerntet.

 

Kaffeesorten aus Katzen

SchleichkatzenkaffeeKopi Luwak ist nur der berühmteste Schleichkatzenkaffee, es gibt wie erwähnt noch mehr Sorten. Die Preise sind hoch, die Preisschwankungen enorm. Aktuell (Juli 2014) werden um 240 bis 500 Euro pro Kilogramm im Einzelhandel angegeben, doch es kursieren bisweilen auch Preise bis über 1.000 Euro. Die Rarität wird aufwendig produziert, Fleckenmusangs werden inzwischen in Farmen gehalten und mit Kaffee gefüttert, die Bohnen müssen aus dem Dung ausgelesen werden. Der besondere Kaffeegeschmack kommt durch die Arbeit der Enzyme im Magen der Tiere zustande, denn dadurch werden Bitterstoffe aufgespalten, was den Bohnen ein weiches Profil verleiht und einen der Nass-Fermentationsprozesse vorwegnimmt. Der Effekt des Kopi Luwak (indonesisch für “Katzenkaffee”) wurde durch Zufall entdeckt: Die nachtaktiven Fleckenmusangs fressen gern überreife Kaffeekirschen, die sie zu einem großen Teil unverdaut ausscheiden. Als Farmer diese Bohnen eher nebenbei rösteten, mahlten und daraus Kaffee brauten, entdeckten sie den raren, exotischen Geschmack und begannen das Produkt zu vermarkten.

 

Elefantenkaffee mit Schokoladenduft

ElefantenkaffeeEbenso wie die Katzen fressen auch thailändische Elefanten Kaffeebohnen, zerdrücken dabei eine Menge von ihnen und scheiden einen kleinen Teil unversehrt aus, die dann rund 30 Stunden im Verdauungstrakt der Tiere verbracht haben. Auch hier leisten die Enzyme ganze Arbeit, sie zerkleinern die komplizierten Proteine der Bohne und schaffen damit das besondere Aroma mit dem Schokoladenduft. Arbeiter müssen von Hand die Bohnen aus dem Elefantendung auslesen, dadurch und durch die geringe Ausbeute – für ein Kilo des Endproduktes frisst der Elefant 33 Kilogramm Bohnen – ist der “Black Ivory Coffee” so extrem teuer. Preise werden um 800 bis 850 Euro pro Kilogramm genannt.

 

Andere teure Kaffeesorten

sind der Maragogype, eine zum Arabica gehörende Kaffeesorte aus dem südamerikanischen Hochland, und der St. Helena Kaffee “Napoleon”, den der französische Feldherr auf in seinem letzten Exil entdeckte, adelte und damit Weltruhm verschaffte. Maragogype wurde nach einer brasilianischen Hafenstadt benannt, aber vorwiegend in Nicaragua produziert, es ist ein Kreuzung aus Arabica und Liberica, die besonders große Bohnen mit sehr wenig Säure hervorbringt. Das Kilogramm kostet im Sommer 2014 um 22 Euro, ähnlich viel wird für den St. Helena Kaffee verlangt.

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