Herstellung von Getreidekaffee

Jan 28, 2015 von

Herstellung von Getreidekaffee

Getreidekaffee, auch unter den Bezeichnungen Blümchenkaffee, Dinkelkaffee, Muckefuck oder Malzkaffee bekannt, wird tatsächlich aus Getreidemischungen hergestellt. Heutzutage achtet man dabei auf glutenfreie Sorten, Shops mit Naturkost bieten den Getreidekaffee in hoher Qualität und auch als löslichen Kaffee an. Er ist im Gegensatz zum Bohnenkaffee in jedem Fall koffeinfrei, das muss einleuchten, allerdings gibt es auch koffeinfreien (entkoffeinierten) Bohnenkaffee, der mit dem Getreidekaffee nichts zu tun hat. Zu den Zutaten gehört unter anderem Zichorie, daher kommen die etwas selteneren Bezeichnungen als Fruchtkaffee oder Landkaffee, in Wien wiederum als Zichorienkaffee. Auch Gerstenkaffee und Deutscher Kaffee sind gängige Synonyme, Letzteres wiederum aufgrund der Tradition, schon während des Zweiten Weltkrieges und auch länger danach den Muckefuck als preiswerten Kaffeeersatz zu nutzen, was vor allem in Deutschland verbreitet war. Bis in die 1970er Jahre war Getreidekaffee beinahe so verbreitet wie Bohnenkaffee.

Getreidekaffee: Tradition und Etymologie der Namen

Es gibt natürlich den Getreidekaffee schon sehr viel länger, was sich etymologisch unter anderem aus dem Wort “Muckefuck” ableiten lässt. Dieses verweist auf die Eindeutschung des französischen “Mocca faux” spätestens im 1870/71er Krieg zwischen Deutschland und Frankreich und der Napoleonischen Besetzung des Rheinlandes. Auch während dieses Krieges wurde Getreidekaffee als preiswerter Ersatz für den damals noch wesentlich teureren Bohnenkaffee gebraut, er galt allerdings als minderwertig und könnte auch etymologisch aus dem rheinischen “fuck” = “faul” und “Mucken” = “brauner Holzmulm” stammen. Das Herstellen von Ersatzkaffee oder eines kaffeeähnlichen Getränks aus Getreide ist sogar von den Ägyptern und Babyloniern überliefert. Schon immer kamen Malz, Gerste und Roggen, Eicheln, Dinkel und Bucheckern, Zichorienwurzeln oder Feigen zum Einsatz. Sogar aus Lupinen, Kaffeewicke, gerösteten/gemahlenen Möhren, Trauben- und Dattelkernen, Erdmandeln, Hagebutten, Spargel, Vogel-Kirschen, Mandeln, Kartoffeln, Mais, Zuckerrüben, Wurzeln des Löwenzahns und Kastanien ist das Brauen so eines Kaffee-Ersatzes möglich. Die Ägypter und Babylonier rösteten Getreidekörner und stellten daraus das Getränk her, das wir heute als Getreidekaffee kennen. Zichorienkaffee – auch in Mischung mit Bohnenkaffee – war ab dem 18. Jahrhundert in Deutschland sehr weit verbreitet, gerösteter Feigenkaffee wiederum in Italien.

Herstellungsverfahren von Getreidekaffee

Getreidekaffee wird vielfach als lösliches Pulver angeboten, das einfach mit heißem Wasser aufzugießen ist. Zu den modernen Zutaten gehören prinzipiell:

getreidesack

Roggen ist eine Zutat für den Getreidekaffee

  • Roggen und Gerste
  • Dinkel
  • Wurzelzichorie mit einem hohen Inulin-Anteil, der beim Rösten die charakteristischen Aromen bewirkt (unter anderem die angenehme Bitternote)
  • Eicheln und türkische Feigen aus kontrolliert biologischem Anbau für eine leichte Süße

Die zerkleinerten Zutaten werden geröstet, das Getreide gemälzt (= eingeweicht, bis es ankeimt). Das Rösten bei 150° – 200 °C stoppt den Keimprozess, anschließend mahlen die Hersteller das entstandene Röstgut. Nun kann dieses nach verschiedenen Rezepten gemischt werden. Einzelne Hersteller von Naturkost wie etwa Demeter haben ganz eigene Rezepturen für den Getreidekaffee entwickelt. Für die Herstellung von löslichem Pulver erfolgt nichts weiter als das Mahlen bis zur Pulverisierung nach der Extraktion, die wiederum per Gegenflutung der Zutaten mit heißem Wasser erfolgt. Anschließend versprühen die Hersteller das extrahierte Pulver, das dadurch austrocknet. So ein Getreidekaffee ist garantiert glutenfrei.

 

Verwandte Artikel

Share

Loading Facebook Comments ...