Kaffee Kultur

Seit es Kaffee gibt, also etwa seit dem 9. Jahrhundert, gibt es auch eine Kaffee Kultur. Jeder Kulturkreis auf dem Globus assoziiert damit allerdings etwas anderes, so die Europäer ihr Wiener Kaffeehaus, die Türken und Perser die winzige Kaffeestube, in welcher sie Mokka und Tee trinken, die Amerikaner – und damit auch die modernen Westeuropäer – den Coffee to Go. Besonders in den letzten zwanzig Jahren hat sich die Kaffee Kultur in Ländern wie Deutschland stark gewandelt.

Kaffee Kultur
Kaffee Haus

 

Die Kaffee Kultur rund um den Globus

Die Kaffee Kultur hat ihre Wurzeln in Vorderasien. Kaffee wurde im tiefen Afrika, auf dem Gebiet des heutigen Äthiopiens, vor mehr als tausend Jahren erstmals erwähnt, der europäische Missionar Naironus fand 1671 in Äthiopien Aufzeichnungen darüber vor. Die Bohnen stammten aus dem damaligen Königreich Kaffa, schon im 14. Jahrhundert waren sie auch nach Arabien exportiert worden, im Verlaufe des 17. Jahrhunderts schließlich gelangten sie über den Orient nach Europa.

Dort wurden sie zunächst nur heimlich konsumiert, teils geächtet und in manchen Staaten zeitweilig verboten (sie galten als Droge), schließlich aber in speziellen Kaffeehäusern serviert. Diese Kaffeehäuser wurden alsbald geschäftlicher, künstlerischer und philosophischer Mittelpunkt sehr vieler Kommunen, ihr Siegeszug – basierend auf Kaffee – war nicht mehr aufzuhalten.

Wo so viel Zuwendung herrscht, muss sich eine Kaffee Kultur entwickeln, zu der etwa im 19. Jahrhundert die typische Wiener Caféhausmusik hinzukam. Die unterschiedlichen Schreibweisen – das Kaffeehaus und die Caféhausmusik – mögen nicht verwundern, sie haben traditionelle Gründe. Caféhausmusik hat einen eigenen Stil, dezente Harmonien und Rhythmik, eingängige, aber unaufdringliche Melodien und eine große Verwandtschaft mit der Operette. Die bekanntesten Vertreter sind die Strauß-Familie, Franz Léhar, Vittorio Montti, Jaques Offenbach oder Charles Gounod, aber auch schon Franz Schubert schrieb Caféhausstücke, vieles von Beethoven war eigentlich so gemeint, Edward Griegs „Morgendämmerung“ aus der Peer-Gynt-Suite wird so eingeordnet und so fort.

Die Liste ist endlos, einige unerhörte Hits entstanden („Blaue Donau“, „Wiener Blut“), vieles gilt aber als seicht. Das wird der Caféhausmusik nicht unbedingt gerecht, denn sie wurde bewusst so komponiert, dass sie zur Kaffee Kultur passte: Musik für den Hintergrund, dennoch oft mit feinfühliger und humoristischer Raffinesse versehen. Dass man sie auch konzertant aufführen kann, beweist in unseren Tagen der Geiger André Rieu mit seinem sinfonisch besetzten Orchester.

Allerdings hat die europäische Kaffeekultur etwas Eigenständiges, denn international haben sich durchaus andere Sitten entwickelt: Amerikaner lieben den Coffee to Go für überall und immer, Spanier und Italiener trinken einen Espresso an der Theke im Stehen, Franzosen lassen sich nach der Mahlzeit ihren Café au lait servieren, der Kaffeeklatsch ist wohl eine deutsche Erfindung. In der Türkei und ganz Vorderasien haben die winzigen Kaffeestuben Tradition, in Asien hat man amerikanische, in Afrika persische Kaffeesitten übernommen. Japaner kaufen Automatenkaffee, für Nordeuropäer ist das Gebäck an der Kaffeetafel unverzichtbar, die Russen trinken draußen auf der Straße Kaffee als Statussymbol.

 

Die deutsche Kaffee Kultur

Die Kaffee Kultur in Deutschland ist durch den immerwährenden Genuss von Filterkaffee ebenso geprägt worden wie durch die Lust am Experimentieren in den letzten zwanzig Jahren. Die deutsche Historie in Bezug auf die Kaffee Kultur ist geprägt durch die Ersatzwährung Kaffee nach dem Zweiten Weltkrieg, Kaffee gilt uns Deutschen – wie auch Lebensmittel – als etwas Wertvolles, von dem man kein Krümchen verschwendet. Vielleicht ist das mit ein Hintergrund für den unerhört hohen Kaffeekonsum der Deutschen, der sich zunehmend mit der Experimentierfreude beim Rösten, Brühen, Mixen und Ausprobieren der teuersten Kaffeevollautomaten paart: Deutsche Kaffee Kultur ist fantasievoll.

 

Aktuelle Beiträge in der Kategorie Kaffee Kultur

Kaffeespezialitäten aus Graz

Gepostet von am Jul 21, 2015 in Kaffee Kultur | 0 Kommentare

Kaffeespezialitäten aus Graz

Kaffeespezialitäten aus Graz stammen aus bekannten und auch exotischen Reinsorten wie Balboa aus Costa Rica, El Tesoro aus Kolumbien, Lauuana aus Osttimor oder auch Muwa AA aus Kenia. Sie sind berühmt, weil die Kaffeehauskultur in Graz eine lange Tradition hat. Schon im 18. Jahrhundert, als die Damen und Herren der oberen Schicht noch im Einspänner vor dem Grazer Caféhaus vorfuhren, war geschäumter Arabica Kaffee eine der Grundlagen für Kaffeespezialitäten aus Graz. Diese Tradition setzte sich immer weiter fort. Heute kommen Kaffeespezialitäten aus Graz zum Beispiel aus dem Café Heissenberger, das 1980 zunächst als Teefachgeschäft gegründet worden war. Kaffeespezialitäten aus Graz von Heissenberger Das Geschäft der Familie Heissenberger wurde 1989 durch eine Privatrösterei ergänzt, seither stellte man dort exklusive Kaffeespezialitäten her, expandierte nach Wien und eröffnete ab 1998 einen schwungvollen Online-Handel mit Grazer Kaffeespezialitäten. Diese werden überall in der Welt sehr stark nachgefragt, inzwischen umfasst das Programm über 50 verschiedene Sorten. Natürlich gibt es auch nach wie vor Tee von Heissenberger. Beim Kaffee sind die verschiedenen Röstgrade sehr interessant, denn die Genießerinnen und Käufer können sich – abgesehen von der Stärke der Röstung – zwischen vier Grundprinzipien entscheiden: CR Full City Roast: Die Chargen werden bei 235 °C rund 15 bis 20 Minuten geröstet, anschließend “schmoren” sie kurz in ihrem eigenen Aroma. Es entsteht ein runder Body mit eleganter Säure. LR Light Roast: Dieser Röstvorgang gleicht dem bei der CR-Röstung, wird aber um einige Sekunden früher beendet. Die Bohnen sind etwas heller, der Geschmack gerät zarter und milder. IR Italian Roast: Umgekehrt zur LR Light Röstung dauert hier der Röstvorgang einige Sekunden länger. Die Bohnen erhalten eine etwas dunklere Farbe und ihren intensiveren, rassigen Schokogeschmack. French Roast: Für diesen Röstgrad benötigt ein Röstmeister die höchste Konzentration, viel Können und jahrelange Erfahrung. Es ist der dunkelste Röstgrad, der nur gelingt, wenn sekundengenau gearbeitet wird. Ein einzigartig intensives Aroma, der würzige Geschmack und ein Hauch von zarter Bitterkeit führen zu exklusivem Espresso, der zu den Kaffeespezialitäten aus Graz gehört. Hornig-Kaffee: Mokka aus Graz Der Hornigkaffee gehört ebenfalls zu den berühmten Kaffeespezialitäten aus Graz. Spezialmischungen und Haus-Espresso, Joho’s Äthiopien und Joho’s Guatemala sind nur einige der Angebote aus dem berühmten Grazer Café mit angeschlossenem Handel, das schon 1912 gegründet worden war und in einem Jahrhundert zu einer der ersten Adressen der Grazer Kaffeehauskultur aufstieg. Von Beginn an entstammt HornigKaffee aus Graz der Trommelröstung von feinsten Bohnen, die wiederum aus dem besten Anbau der Welt bezogen...

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Kaffee aus Holland

Gepostet von am Jul 14, 2015 in Kaffee Kultur | 0 Kommentare

Kaffee aus Holland

Kaffee aus Holland ist berühmt für frische und seltene Bohnen, Kaffeepads, Kapseln, gemahlene Sorten oder Cappuccino in exotischen Geschmacksnoten – mild, cremig und kräftig. Kaffee aus Holland kann preiswert sein, es handelt sich um Sorten und Anbieter wie Lavazza, Jacobs, Segafredo, Dallmayr, Eiles, Mövenpick, Melitta, Dolce Gusto, Senseo, Douwe Egberts, De Roccis, Tassimo, Minges, HAG, Idee, Schirmer oder Van Houten. Doch Kaffee aus Holland zu beziehen war bis 2010 auch ein steuerliches Problem, denn die Niederlande sind ein anderes Steuergebiet. Der deutsche Zoll verlangte beim Online-Kauf von Kaffee aus Holland eine Nachbesteuerung. Kaffee aus Holland und die Steuer – Stand 2015 Nachdem besonders über das Auktionshaus eBay in den frühen 2000er Jahren intensiv Kaffee aus Holland gehandelt worden war (vor allem Senseo-Pads), kam der deutsche Zoll auf die Idee, sich diese Vorgänge einmal anzuschauen. Er vermutete richtig, dass die deutsche Kaffeesteuer von 2,19 €/kg für Röstkaffee und 4,78 €/kg für löslichen Kaffee umgangen werde, die dann entfällt, wenn der Kaffee gewerblich gehandelt wird. Natürlich fällt es schwer, einem privaten Käufer gewerbliche Zwecke zu unterstellen, wenn er beispielsweise zwei oder drei Kilogramm Kaffee aus Holland kauft, doch für die Feststellung des möglichen gewerblichen Zweckes genügen dem deutschen Zoll zwei Anhaltspunkte: die Menge (ab zehn Kilogramm wird die “Geringfügigkeit” überschritten) und der Vertriebsweg. Auf Letzteren stützte sich der Zoll: Kaffee aus Holland blieb also für deutsche Käufer steuerfrei, wenn sie ihn in geringen Mengen direkt in den Niederlanden kauften, nicht aber beim Online-Kauf. Der Zoll leitete ab 2006 Ermittlungs- und Strafverfahren gegen eBay-Käufer ein, die Kaffee aus Holland bezogen hatten, wobei die Steuernachforderungen zwischen einem Cent (!) und zehn Euro pro Vorgang betrugen. Das brachte dem Zoll 25.000 Euro nachträgliche Steuereinnahmen ein, der Personalaufwand hierfür wurde vom Bundesrechnungshof im Jahr 2009 auf 800.000 Euro geschätzt. Daraufhin änderte Deutschland 2010 sein Kaffeesteuergesetz. Inzwischen sind die Händler verpflichtet, die deutsche Kaffeesteuer abzuführen (auch bei einem Firmensitz in den Niederlanden), wenn der deutsche Käufer offenbar eine Privatperson ist, was sich vor allem bei einer Menge bis zehn Kilogramm vermuten lässt (§ 18KaffeeStG). Sie können also heutzutage bedenkenlos in für den Privatverbrauch üblichen Mengen Kaffee aus Holland online einkaufen. Kaffeepads aus Holland Heute kann Kaffee aus Holland immer noch etwas günstiger sein, wenn er beispielsweise in Form von Kaffeepads bezogen wird. Die Händler in den Niederlanden haben ihre günstige Preispolitik für deutsche Kunden beibehalten, der Preisvorteil beträgt für Kapseln und Kaffeepads rund 15 – 20 %. Das hängt natürlich auch von den Sorten ab, denn auch in Deutschland – in jedem Supermarkt – gibt es bei Kaffee entsprechende Preisunterschiede. Wer also Kaffee aus Holland bezieht, muss sich eine Weile umsehen, um einen wirklich günstigen Anbieter zu finden. Bevorzugter Kaffee aus Holland Es gibt einige wirklich günstige Gelegenheiten, Kaffee in Holland zu kaufen. Eine davon ist die Stadt Venlo in der Provinz Limburg, wo die “Zwei Brüder Venlo” – ein insgesamt gut aufgestellter Supermarkt – auch den Kaffee ungemein günstig vertreiben. Wer gern online seinen Kaffee aus Holland beziehen möchte, kann auch Kaffee von Lavazza oder Douwe beziehen. Letzterer ist original Kaffee aus Holland, Lavazza gibt es selbstverständlich auch in...

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Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaften

Gepostet von am Apr 14, 2015 in Kaffee Herstellung, Kaffee Kultur | 0 Kommentare

Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaften

Es gibt inzwischen viele Kaffeebauern in der Dritten Welt, die ihre Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaften. Europäische Stiftungen wie die Schweizer PanEco unterstützen solche Vorhaben beispielsweise mit dem SOCP (Projekt “Orang-Utan Coffee”), indem sie den ökologischen Landbau in diesen Regionen fördern. Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaften: ökologischer Hintergrund Dass die Kaffeebauern ihre Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaften, hat mehrere Effekte, die sich auch direkt auf die Qualität des Kaffees auswirken. Jedem Verbraucher leuchtet ein, dass Kaffee ohne Chemie und Pestizide gesünder und wohlschmeckender sein muss. Der eigentliche Hintergrund ist aber eher ökologischer Natur, denn die ausgedehnten tropischen Regenwälder am Äquator – in Mittelamerika, Afrika und Asien – gewährleisten die Stabilität unseres Weltklimas. Wenn also Kaffeepflanzer Kaffee-Anbauflächen ökologisch bewirtschaften, tragen sie aktiv zum gesunden Weltklima bei, was europäische Verbraucher durch die Wahl dieser Kaffees unterstützen sollten. Sie kosten teilweise nur wenig mehr als herkömmlicher Kaffee (sortenabhängig), außerdem schmecken sie wirklich besser. Das SOCP liefert darüber hinaus ein schönes Beispiel dafür, wie europäische Stiftungen auch direkt den ökologischen Landbau unterstützen können. Es geht hier um Arabica-Kaffee aus Sumatra, der dort im Regenwald gedeiht, in welchem auch Orang-Utans zu Hause sind. Die Art gilt in Sumatra als bedroht, wobei die Affen wie die Kaffeebauern gleichermaßen unter dem Rückgang des Regenwaldes leiden. Daher fördert das SOCP (“Sumatra Orang-Utan Schutzprogramm”) die Bauern und die Orang-Utans gleichermaßen, indem der Kaffee derjenigen Bauern aufgekauft wird, die Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaften und dabei auf Rodungen im Regenwald verzichten. SOCP ist nun zur ökologischen Qualitätsmarke geworden, die in Europa, Amerika und anderen Weltregionen erfolgreich vermarktet wird. Die Bauern erhalten aus diesem Kaffeehandel spezielle Prämien aus dem Kaffeehandel. Die Schweizer Stiftung PanEco ist Partner von Kaffeehändlern und steht für die Vertrauenswürdigkeit der Marke. Im Übrigen bieten Sumatras Regenwälder hervorragende Voraussetzungen für erstklassigen Kaffee, im Gayo-Hochland etwa (Zentral-Aceh) liegt direkt nördlich des Äquators auf bis zu 2.400 m Höhe eines der der größten Arabica-Anbaugebiete in Südostasien. Dort gibt es steile Kraterhänge, Nebel und feuchte, heiße Luft aus dem direkt angrenzenden Tropenwald – beste Voraussetzungen für erstklassigen Arabica-Kaffee und auch aus wirtschaftlichen Gründen gut geeignet für Kaffeebauern, die ihre Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaften. Ökologisch angebauter Kaffee nach der Röstung Wenn die Bohnen von den Bauern, die ihre Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaften, schließlich den Verarbeitungsprozess inklusive Röstung durchlaufen haben, entsteht facettenreicher Kaffee mit einem vollmundigen Körper, wie Baristas bestätigen. Die wunderbare Komposition zeichnet sich durch Rosinen- und Rohzuckeraromen sowie eine feine Süße aus. Der Kaffee ist ausgewogen und mittelkräftig, er eignet sich bestens als Espresso. Der Aufwand, mit dem die Bauern die Kaffee-Anbaufläche ökologisch bewirtschaften, ist relativ hoch. Es gehören Plantagen mit verschiedenen Mischkulturen dazu, die Farmer pflanzen und bewirtschaften Schattenbäume (Bananen, Eukalyptus, Grapefruit, Avocado) und Kaffeepflanzen gleichzeitig. Nur auf diese Weise können sie ihre Kaffee-Anbaufläche ökologisch...

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Kaffeehausliteratur

Gepostet von am Apr 1, 2015 in Kaffee Geschichte, Kaffee Kultur | 0 Kommentare

Kaffeehausliteratur

Zum Kaffeehaus gehört die Kaffeehausliteratur, die vor allem in Wien ihre Blüte im 19. Jahrhundert hatte. Für diese Kaffeehauskultur gibt es einige sehr prominente Orte wie das Café Griensteidl in Wien, das Café Hawelka, das Café Herrenhof und in Berlin-Kreuzberg beispielsweise das Café Jolesch sowie einige berühmte Literaten wie Franz Werfel, Peter Altenberg, Anton Kuh und Géza von Cziffra. Die beiden Prominenten Karl Kraus und Stefan Zweig schrieben ebenfalls wenigstens zeitweise Kaffeehausliteratur. In welcher Epoche entstand die Kaffeehausliteratur? Das Wiener Caféhaus entstand wie andere europäische Caféhäuser im 17. bis 18. Jahrhundert und etablierte sich im 19. Jahrhundert als kulturelle Institution. Die Kaffeehausliteratur ist mit dem Fin de siècle (“Ende des Jahrhunderts“) verbunden. Damals – um 1890 bis 1914 – spürte man in Europa, dass ein Zeitalter vorübergeht, die Künste wurden auf eine gewisse Weise nachdenklich bis dekadent. Letzteres konnotiert das Fin de siècle mit dem Begriff des “Endes”, denn Jahrhunderte gehen immer wieder zu Ende wie jüngst erst das 20. Jahrhundert, ohne dass wir das unbedingt als Niedergang empfinden. In der Regel stehen Hoffnung und Aufbruchsgedanken, die sich mit dem kommenden Jahrhundert verbinden, im Vordergrund. Zum Ende des 19. Jahrhunderts spürten aber zumindest viele Künstler den kommenden Schrecken des 20. Jahrhunderts im Voraus. Gegen dieses war das 19. Jahrhundert vergleichsweise sehr gemütlich gewesen. Als das Fin de siècle endete, begann der Erste Weltkrieg. Dass nun gerade in Wien die Kaffeehausliteratur erblühte, hat direkt etwas mit Zerfall Österreich-Ungarns zu tun. In diesem Umfeld entstand die “Wiener Moderne”, die neben der Kaffeehausliteratur weitere Künste – vorrangig die Caféhausmusik – mit einbezog. Die beiden Schreibweisen “Café”, “Caféhausmusik” und “Kaffeehausliteratur” lassen sich ebenfalls auf diese Tradition zurückführen und haben sich bis heute gehalten. Kaffeehausliteratur und ihr besonderes Anliegen Während die gleichnamige Musik heute als sanft, wenn nicht seicht gilt (zu Unrecht), setzte die Kaffeehausliteratur (Hier klicken für weitere Informationen) durchaus sozialkritisch an, denn in ihren Kaffeehäusern bezogen die Autoren sehr viel Stoff und Inspiration für Studien zur menschlichen Gesellschaft. Daraus machten sie Gelegenheitsliteratur und Feuilletons, beides gilt heute als Kaffeehausliteratur. Peter Altenberg nannte das als Vertreter der Kaffeehausliteratur „Extrakte des Lebens“. Dass diese Kunstform überhaupt entstehen konnte, hat auch etwas mit Lebens- und Verbrauchergewohnheiten zu tun, die heute schier undenkbar sind. Wer in ein Café ging, musste dort nicht zwingend viel verkonsumieren, die Literaturen konnten sich bei einem Kaffee stundenlang dort aufhalten und machten das täglich. Maler gingen ebenso vor und fertigten an diesem Ort Skizzen an. Musiker spielten für die Gäste, was heute furchtbar schick und romantisch wirkt, sich aber einfach gegenwärtig für niemanden mehr rechnen würde – doch damals gab es noch keine brauchbaren Tonkonserven. Das Wiener Café Griensteidl, das es immer noch gibt, war Vorreiter, dort gründete Hermann Bahr die Künstlergruppe Jung-Wien. Zwischenzeitlich (1897) schloss das Griensteidl, das Café Central übernahm fortan dessen Rolle. In diesem Umfeld entstand Kaffeehausliteratur, die heute einige bemerkenswerte Einblicke in das Fin de siècle...

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Kaffeeröstereien

Gepostet von am Mrz 1, 2015 in Kaffee Kultur | 0 Kommentare

Kaffeeröstereien

Zum Kaffeewissen gehört zweifellos auch das Wissen um Kaffeeröstereien. Echte Feinschmecker stellen sich die Frage, wer die besten Röster Deutschlands und der Welt sind, denn vom Kaffeeröster hängt viel ab – die Röstung beeinflusst ganz entscheidend die Qualität der Bohne. Moderne Kaffeeröstereien folgen übrigens der dritten Welle des Kaffees (“Third Coffee-Wave”), einer Kaffee-Bewegung, die qualitativ hochwertigen Kaffee unter Beachtung der Nachhaltigkeit und Fairness anbietet. Diese Third Wave nahm Ende der 1990er Jahre ihren Anfang in den USA, inzwischen haben Kaffeeröstereien weltweit diesen Gedanken aufgenommen und in ihr Unternehmenskonzept integriert. Was zeichnet die besten Kaffeeröstereien aus? Das Geheimnis der Röstung gehört zu den elementaren Bausteinen guter Kaffees. Bei der Röstung wird Rohkaffee trocken erhitzt, das veredelt die Kaffeebohnen auf eine ganz bestimmte Art und Weise: Sie erhalten ein einzigartiges Aroma, zu dem auch ihr farbliches Erscheinungsbild gehört. Die vielen Aromastoffe im Kaffee – je nach Sorte bis zu 1.000 – entfalten sich unter anderem durch die richtige Röstung. Dazu gehört die richtige Technik, die eine gute Kaffeerösterei mit einem großen Erfahrungsschatz kombiniert – in Kaffeeröstereien sind Handwerk und Kunst gleichermaßen zu Hause. Die klassische Lösung beim Kaffeerösten liefert ein Trommelröster, bei dem sich eine Trommel horizontal dreht, um den Kaffee langsam zu rösten. Die Dauer, die Umdrehungsgeschwindigkeit, die zugeführte Hitze und der Abstand der Bohnen zur Wärmequelle sind die entscheidenden Faktoren für die Qualität der gerösteten Bohnen. Gute Kaffeeröstereien haben eigene Betriebsgeheimnisse entwickelt, um sich im Wettbewerb abzuheben. Die besten Kaffeeröstereien Deutschlands und der Welt Eine der weltbesten Kaffeeröstereien hat ihren Sitz in Hamburg, es ist die Speicherstadt Kaffeerösterei (Betreiberin ist die Hacienda San Nicolàs GmbH). Die Kaffeerösterei in Hamburg ist ein Traditionsbetrieb, die Betreibergesellschaft ein kolumbianischer Zusammenschluss von kleineren Kaffeebauern, der sich erst 1994 gegründet hat. Hier legt man viel Wert auf biologisch angebauten und fair gehandelten Kaffee. Weitere Kaffeeröstereien, die zu den weltbesten gezählt werden, sind: Stumptown Coffee aus Oregon (USA): Diese Kaffeerösterei hat die Third Wave beim Kaffee maßgeblich mit angeschoben. Der Gründer Duane Sorenson arbeitet eng mit regionalen Farmern zusammen, bezahlt sie fair und gibt seine Begeisterung für guten und gut gerösteten Kaffee an seine Kunden weiter. Plum’s Kaffee in Aachen (Betreiberin: XAVIER PLUM GmbH) ist Deutschlands älteste Kaffeerösterei, es gibt sie seit 1820. Hier werden Bohnen für die Filtermaschine und für Automaten, für die Presskanne und die klassische Siebträgermaschine geröstet. Alle Sorten sind hochwertige Plantagenkaffees, deren Frische das Langzeitröstverfahren garantiert. SUPREMO Kaffeerösterei in 82008 Unterhaching: Die Münchner wurden 2014 durch das Feinschmecker-Magazin zu „Deutschlands bestem Kaffeeröster“ gekürt, auch hier kommen spezielle Röstverfahren bei fair gehandelten Bohnen zum Einsatz, die – wie sonst – in ihren genauen Details natürlich Betriebsgeheimnis bleiben. Kaffeerösterei Konstanz: Auch am Bodensee weiß man, wie Kaffee geröstet werden muss. Die Süddeutschen leben von der Vielfalt ihrer verwendeten Bohnen, die von ausgesuchten Sorten feinsten Hochlandkaffees stammen. Die Qualität kommt unter anderem dadurch zustande, dass ausschließlich Rohkaffee aus den besten Anbaugebieten des weltumspannenden Kaffeegürtels verwendet wird. Im Ergebnis liefert die Kaffeerösterei Konstanz über 30 eigene Kaffee- und Espressosorten an ihre Kunden. Intelligentsia Coffee (Illinois, USA): Dieses US-Unternehmen wurde erst 1995 gegründet und setzte von Anfang an auf zwei Dinge: die gute Kooperation mit den Farmern und Innovation. Man entwickelte gänzlich neue Verarbeitungsprozesse und setzt Qualitätsmaßstäbe an, die bezüglich der biologischen Produktion und des Handels weit über alle bekannten Zertifikate und auch das „Fair Trade“...

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