Kaffee verringert Schlaganfall-Risiko

Dez 4, 2014 von

Kaffee verringert signifikant das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Das geht aus mehreren Studien hervor, die Forscher aus Deutschland und Schweden, aber auch amerikanische Wissenschaftler vorgelegt haben. Dass das enthaltene Koffein, dass es in ähnlicher Form auch im Tee gibt, das Risiko für verschiedene Krankheiten mindert und den Kreislauf stabilisiert, war schon früher vermutet worden. Unter anderem die Naturheilkunde setzt schon länger auf Kaffee und befürwortet daher den mäßigen Kaffeekonsum. Doch nun kommt eine jüngere Studie zu einem sensationellen Ergebnis: Kaffee kann das Schlaganfallrisiko noch viel deutlicher senken, als es die Forscher bisher geglaubt hatten.

Fünf Tassen Kaffee sind gesund

Forscher haben in einer aktuellen Studie (siehe weiter unten) ermittelt, dass regelmäßiger Kaffeegenuss das Risiko für einen Schlaganfall mindert und die Herzgesundheit stärkt. Das geringste Schlaganfallrisiko hatten nach der vorliegenden Studie diejenigen Kaffeegenießer, die drei bis fünf Tassen Kaffee täglich tranken, selbst sieben Tassen sind gesund. Als Autor dieses Blogs kann ich (52 Jahre, männlich) Ihnen an dieser Stelle versichern, dass ich mein Leben lang fast nichts anderes als Kaffee trinke und dabei kerngesund bin. Damit sind aus meiner Sicht schon seit Jahrzehnten alle Mythen über ungesunden Kaffee oder eine angebliche “Dehydrierung” durch Espresso ad absurdum geführt: Das Glas Wasser zum italienischen Lieblingsgetränk lasse ich dort, wo es obligatorisch gereicht wird (beispielsweise auf dem San Marco in Venedig, dort, wo die beiden Caféhauskapellen abwechselnd musizieren), meistens stehen. Übrigens hat mir um mein 20. Lebensjahr herum ein Arzt ausreichenden Kaffeekonsum empfohlen, weil mein Blutdruck nicht sehr hoch ist (ist er immer noch nicht). Das war irgendwann um 1982 herum. Wie lange danach haben Sie noch etwas von ungesundem Kaffee gehört oder gelesen? Es war ein Arzt aus der DDR, wo ich damals lebte (nicht freiwillig, die Geburt hat mich dorthin verschlagen). Der Arzt gab seine Empfehlung ein paar Jahre vor den amerikanischen Wissenschaftlern ab.

Aktuelle Studie zum Kaffee

Nach der nun vorliegenden Studie erleiden Menschen bis zur siebenten Tasse Kaffee, die sie durchschnittlich täglich trinken, statistisch gesehen seltener einen Schlaganfall als die Nicht-Kaffeetrinker. Die Studie wurde im Sommer 2014 im Fachblatt “Circulation” veröffentlicht, sie stammt von Forschern aus Harvard und Singapur, immerhin. Den Spott über “amerikanische Wissenschaftler” wollen wir einmal beiseitelassen (in der DDR wurden immer “sowjetische Wissenschaftler” zitiert). Die Studie ist handfest, weil sie aus einer Meta-Analyse stammt. Bei solchen Studien fassen die Forscher viele Sub-Studien – in diesem Fall 36 an der Zahl – zusammen und extrahieren deren Ergebnisse. Durch diese Datenmenge konnte ein statistisches Mittel für 1,3 Millionen Personen über einen Zeitraum von 20 Jahren errechnet werden. Die Studie setzte also rund ein Jahrzehnt nach meinem Gespräch mit dem Arzt an und konstatiert nunmehr auf wissenschaftlich solider Basis, dass das Schlaganfallrisiko durch Kaffee sinkt, und zwar zwischen 5 – 11 %. Das geringste Risiko tritt danach bei Personen auf, die 3,5 Tassen Kaffee pro Tag trinken. Aus dieser Gruppe erlitten 20 % weniger Personen im Beobachtungszeitraum einen Schlaganfall. Noch eine wesentliche Erkenntnis geht aus der Studie hervor: Kaffee wird – weil heutzutage gefiltert – immer gesünder. Das ist allerdings eine Hypothese, denn vor mehr als 30 Jahren trank ich ausschließlich türkischen Kaffee. (Wir hatten ja nichts in der DDR, gar nichts. Schon gar keine anständigen Kaffeemaschinen.) – Mein Arzt hat trotzdem recht behalten.

 

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