Kaffee versus Tee: Auswirkungen auf das Klima

Sep 16, 2015 von

Kaffee versus Tee: Auswirkungen auf das Klima

Wir trinken sehr gern Kaffee und Tee, Ersteren noch viel lieber. Gelegentlich müssen wir uns die Frage nach der Herkunft von Kaffeebohnen und Teeblättern fragen, unter anderem bei den Diskussionen um biologischen Anbau und nachhaltige Wirtschaft. Die Frage nach der Klimabilanz von Kaffee und Tee taucht eher selten auf, ist aber nichtsdestotrotz interessant.

Monokulturen beim Kaffeeanbau

Eigentlich würde der Kaffeeanbau sehr gut ein natürliches Umfeld mit verschiedenen Pflanzen ringsherum vertragen, Bio-Bauern gehen so vor. Die Bohnen liefern mehr Aroma und werden sehr geschätzt, allerdings wachsen sie etwas langsamer und müssen daher teurer gehandelt werden. Da sich das weltweit trotz aller Bemühungen um Fairtrade nicht richtig durchsetzen kann, dominieren nach wie vor die Monokulturen beim Kaffeeanbau. Umweltschützer stehen dem sehr kritisch gegenüber. Der Kaffeeanbau in Monokulturen kann oft zur Abholzung wichtiger Ökosysteme führen, die wertvolle Artenvielfalt schwindet. Beim Anbau von Tee – Hauptanbaugebiet ist Asien und hier wiederum Indien – sind ähnliche Tendenzen festzustellen, auch hierbei entstehen Monokulturen. Bei beiden Gewächsen werden zudem durch den Anbau obere Erdschichten beschädigt und Gewässer verschmutzt. Beim direkten Vergleich der Umweltbilanzen hat allerdings Tee die Nase vorn: Es wird einfach weltweit viel mehr Kaffee als Tee konsumiert, daher sind die Umweltauswirkungen des Kaffeeanbaus entsprechend prekärer.

Wasser- und Energieverbrauch bei der Kaffeeproduktion

Es könnte sein, so eine Schätzung von holländischen Wissenschaftlern, dass bei der Produktion nur einer einzigen Tasse Kaffee um 140 Liter Wasser verbraucht werden. Es geht hierbei um die Pflanzung, die Ernte und die Aufbereitung der Bohnen für die Röstung, die sehr wasserintensiv ist. Das wenigste Wasser verbraucht der Kaffeetrinker bei der Zubereitung. Diese Menge Wasser übersteigt die benötigte Menge für eine Tasse Tee um das Achtfache. Hinzu kommt die benötigte Energie: Kaffeebohnen, aber auch Teeblätter benötigen eine Dampfbehandlung, eine Erhitzung und eine schonende Trocknung. Hier sieht die Bilanz für den Kaffee zunächst etwas besser aus, aber nur vor dem Röstprozess. Für ein Kilogramm trinkfertigen Tee werden 0,5 kWh Strom verbraucht, beim Kaffee sind es vor der Röstung nur 0,3 kWh. Die Röstung erhöht den Stromverbrauch dann wieder auf etwa dieselbe Menge wie beim Tee.

Die CO₂-Bilanz

© noppharat - shutterstock.com

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Aufgrund der weltweit viel höheren Kaffeeproduktion gewinnt der Tee ganz eindeutig bei der globalen CO₂-Bilanz. Dabei müssen die Produktionsmengen und die hierfür benötigte Anbaufläche betrachtet werden. Tee ist bei Weitem nicht so ein Klimakiller wie Kaffee. Ohne Kaffeetrinkern den Genuss verderben zu wollen, könnte das doch ab und an zu einem Tässchen Tee motivieren.

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