Klimawandel: Kaffee, Bier und Schokolade könnten verschwinden

Aug 5, 2015 von

Klimawandel: Kaffee, Bier und Schokolade könnten verschwinden

Unfassbar, aber wahr: Der Klimawandel bedroht die Kaffeepflanze. Vor allem die Sorte Arabica leidet demnach stark unter der Veränderung des weltweiten Wetters, gerade diese Sorte wird aber global am stärksten nachgefragt. Die Trockenheit ist das größte Problem für das Wachstum von Kaffeepflanzen. Allerdings ist nicht nur der Kaffee bedroht: Auch Schokolade und Bier sind in Gefahr.

Klimawandel: Garaus für Arabica

Von den über 150 bis 160 Litern Kaffee, die jeder Deutsche jährlich trinkt (die Schätzungen schwanken etwas), entfallen 40 bis 50 % auf die Sorte Arabica. Diese könnte schlimmstenfalls in 70 Jahren ausgestorben sein, wenn wir den Klimawandel nicht stoppen können. Denn Arabica-Pflanzen benötigen mehr als alle anderen Sorten feucht-warmes Klima für ihr Wachstum – das es immer weniger gibt. Das geht aus einer Studie des CCAFS hervor. Hierbei handelt es sich um ein internationales Forschungsprogramm zum Klimawandel, der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelsicherheit. Eben dieses Programm hat auch die Gefahren für Bier und Schokolade festgestellt. Beim Kaffee ist demnach die Sorte Arabica deshalb besonders betroffen, weil diese Pflanze sehr sensibel reagiert. Eine Temperaturerhöhung um zwei Grad, wie sie ja nicht zu unterbinden ist, außerdem die Änderung der Regenmenge und -häufigkeit dürfte in den wichtigen Erzeugerländern Brasilien, Kolumbien, Vietnam und Indonesien zu schweren Ernteverlusten führen. Andere Pflanzen wie Kakao für die Schokolade, Hopfen und Gerste für das Bier und selbst Wein sind ebenso betroffen, weshalb es demnächst an unseren wichtigsten Genussmitteln mangeln könnte. Wirtschaftsforscher warnen jetzt schon vor Engpässen, Hortungen von Spekulanten und einen anwachsenden Ansturm auf die Supermärkte, wenn doch noch einmal eine Ladung Kaffee oder Bier eintrifft. Doch die Entwicklung ist wohl nicht aufzuhalten, denn die Staaten schaffen es auf ihren Klimakonferenzen kaum, die Erwärmung der durchschnittlichen Temperaturen um höchstens zwei Grad als verbindliches Klimaziel festzuschreiben. Vielleicht kommt ja alles noch viel schlimmer.

© Olena Kaminetska - shutterstock.com

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Änderungen auf dem Kaffeemarkt

Die CCAFS-Studie sagt schon für die nächsten 30 Jahre dramatische Änderungen auf dem Kaffeemarkt voraus. Ein Gegensteuern wäre freilich möglich, indem in die inzwischen genetisch verarmten kommerziellen Kaffeesorten wieder Wildpflanzen eingekreuzt würden. Es gibt nach wie vor wilde Arabica-Pflanzen, doch gerade diese leiden unter der zunehmenden Trockenheit. Sie könnten den kommerziellen Kaffee darüber hinaus auch vor Schädlingen und Krankheiten bewahren. Diese Wildstämme gelte es zu retten, so die Autoren der vorliegenden Studie. Ansonsten schätzt man die künftigen Verluste in einzelnen Staaten Lateinamerikas auf bis zu 40 Prozent, in Brasilien dürften es 25 Prozent werden. Europäer sollten hartnäckig an ihren Klimazielen festhalten und diese in die Welt hinaustragen, um ihren Kaffee zu retten. Das ist die Empfehlung der Wissenschaftler

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