Renaissance des Filterkaffees

Jul 27, 2015 von

Renaissance des Filterkaffees

Filterkaffee ist Kaffee ganz ohne Druck, er benötigt nur etwas Geduld. Er kehrt zurück in die Haushalte und Cafés, weil er – richtig zubereitet – um einiges aromatischer sein kann als der Schwarze aus der Espresso-Maschine, der das heiße Wasser durch das Kaffeepulver presst. Dabei gehen zu viele wertvolle Stoffe verloren, meinen die Kaffee-Experten, die ihr Kaffeewissen inzwischen bei der Kaffeezubereitung mit dem Handfilter einsetzen, der durchaus ein hochwertiger Porzellanfilter sein kann.

Wie gelingt guter Filterkaffee?

Zu Omas Zeiten gab es nichts anderes als Filterkaffee. In den Papierfilter kam das Kaffeepulver, das heiße Wasser wurde darüber gegossen: Fertig war der Kaffee. Das geht allerdings noch besser als es Oma schon immer konnte, wie hippe junge Cafés in Paris, Berlin, Tokio und New York beweisen. Dort gehört der Filterkaffee inzwischen neben den Spezialitäten aus dem Automaten zum Standard, doch er wird zelebriert. Dazu gehören einige Utensilien, die sich jedermann für den perfekten Filterkaffee daheim besorgen kann. Das Geschmackserlebnis kann den Espresso, Lungo, Latte Macchiato oder Cappuccino aus dem Vollautomaten deutlich toppen. Hierzu gehört allerdings Kaffeewissen, zum Beispiel dieses: Bohnen verlieren nach ihrem Mahlen relativ schnell das Aroma. Daher sollte der Mahlvorgang wirklich erst kurz vor der Zubereitung erfolgen, hierzu lässt sich für den handgemachten Filterkaffee eine elektrische Mühle anschaffen. Solidere Mühlen (Marken: Macap, Graef oder Mahlkönig) verfügen über ein stufenloses Mahlwerk, das aus Keramik oder Stahl besteht und nur wenig „Feinstaub“ produziert. Selbst Handmühlen können gut funktionieren, denn für Filterkaffee braucht es nicht den absolut exakten Mahlgrad wie bei Espresso. Dieser Mahlgrad liegt etwa in der Mitte zwischen fein und grob, zur Veranschaulichung: Bei 12 Mahlgraden wären es die Stufen fünf bis sieben. Das lässt sich sogar durch Reiben zwischen den Fingern überprüfen. Eine Referenzgröße ist die Körnung von Salz. Nach dem Mahlen kommt es auf das richtige Brühen an.

©  Bildagentur Zoonar GmbH - shutterstock.com

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Das Aufbrühen von Filterkaffee

Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • die Menge und der Mahlgrad des Pulvers
  • die Wassertemperatur (ideal: 93 – 96 °C)
  • die Form des Filters

Es gab schon immer Porzellanfilter, ein Klassiker kommt von Melitta. Moderne Filter hat vor einigen Jahren der japanische Hersteller Hario auf den Markt gebracht und damit die Renaissance von Filterkaffee vorangetrieben. Da wäre beispielsweise der Handfilter V 60, der sich durch seine besonderen Rillen innen auszeichnet. Deren spiralförmiger Verlauf nach unten bewirkt das konzentrische Einsickern des heißen Wassers. Mit solchen modernen Filtermethoden gelingt wirklich exzellenter Filterkaffee.

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