Türkischer Kaffee

Mrz 26, 2014 von

Türkischer Kaffee

Türkischer Kaffee oder auch Mokka entsteht durch die älteste Zubereitungsart von Kaffee. Er wird traditionell in einer Mokkakanne – dem sogenannten Ibrik oder Cezve – zubereitet, indem heißes Wasser auf das staubfein gemahlene Kaffepulver gegossen wird.

 

Türkischer Kaffee ist kein Filterkaffee

Echter türkischer Kaffee ist ausdrücklich kein Filterkaffee, weil die Mokkakanne den Kaffeesatz enthält, der wenigstens teilweise in die Mokkatassen überfließt. Es lässt sich daher ein ausdrücklicher Gegensatz zwischen türkischem Kaffee und allen Arten von Filterkaffee konstruieren, die wir heute kennen.

Dennoch schwören viele Kaffeegenießer nach wie vor auf ihren Mokka nicht nur wegen der unkomplizierten Zubereitung – man kann schließlich auch einfach Kaffeepulver in eine Tasse geben und heißes Wasser aufgießen -, sondern auch wegen der andersartigen Aromen. Über Jahrhundert wurde Kaffee so getrunken, das Ibrik stellten die früheren Kaffee-Köche ins Sandbett der Glut ihrer Feuerstelle, bei der heimischen Zubereitung auf den Herd.

Zu beachten wäre hierbei, dass sich diese Zubereitungsart etwas vom puren Aufgießen des heißen Wassers unterscheidet. Grundsätzlich muss man also türkischen Kaffee nicht unbedingt aufkochen. Die Bezeichnung “Mokka” für türkischen Kaffee kommt aus dem Jemen. In der Hafenstadt al-Muchā – in europäischen Dialekten mit Mokka übersetzt – am Roten Meer wurde der Arabica-Kaffee in die Welt verschifft.

Dort tranken die Händler ihren Mokka, dessen Zubereitungsart schließlich in türkischen und persischen Kaffeestuben übernommen wurde. Diese Kultur ist ein halbes Jahrtausend alt und wurde 2013 ins immaterielle UNESCO-Weltkulturerbe übernommen. Beileibe nicht nur Türken trinken ihren Kaffee auf diese Weise, “griechischer” Kaffee etwa wird identisch zubereitet.

 

Synonyme für türkischen Kaffee

So einfach die Definition für türkischen Kaffee erscheint, so komplex und vielfältig ist heute die synonyme Verwendung des Wortes Mokka. Während praktisch jeder deutsche Kaffeetrinker sofort versteht, dass hierbei heißes Wasser über das Kaffeepulver gegossen wird – entweder gleich in die Mokkatasse oder ins Kännchen -, nennen unsere Nachbarn in Österreich einen Mokka den schwarzen Kaffee ohne Milch und Zucker. Sie kennen ihren “Wiener Mokka”, der entgegen der puristischen Auffassung von türkischem Kaffee doch ein Filterkaffee ist, ehemals in einer Karlsbader Kanne gefiltert, heute in der Espressomaschine zubereitet.

Im arabischen Raum würzt man den Mokka mit Nelken, Zimt oder Kardamom, echter türkischer Kaffee wiederum soll sehr süß sein und bedingt unbedingt eine nicht zu kleine Menge Zucker. Allerdings erlauben die Türken und Griechen verschiedene Stufen der Mokka-Süße. Griechen geben manchmal etwa Ouzo in den Mokka, auf dem Balkan wiederum wird türkischer Kaffee ungesüßt getrunken.

Inzwischen erfährt türkischer Kaffee ein weltweites Comeback, das in seiner Ursprungsregion in der Türkei und Griechenland am weitesten fortgeschritten ist. Man verwendet dort inzwischen Elektroplatten mit Sandbett, dort hinein kommt das Kännchen.

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