Kaffee in Indien

Jul 9, 2014 von

Kaffee in Indien

Kaffee aus Indien hat einen Anteil von rund 3,5 % an der Weltproduktion, in Deutschland macht indischer Kaffee 2,05 % der Einfuhren aus und liegt damit auf dem 10. Platz aller Länder, aus denen wir Kaffee importieren. In den letzten Jahren hat Indien seine Kaffeeproduktion erheblich gesteigert, indem die Anbauflächen deutlich vergrößert wurden (knapp auf das Dreifache früherer Jahrzehnte) und sich auch der Ertrag pro Hektar fast verdoppelte. Das liegt auch daran, dass die Inder ihren Kaffee selbst zunehmend gern trinken.

Geschichte des Kaffees in Indien

Der Kaffee hat auch in Indien schon eine längere Geschichte, über die es mehr Legenden als gesicherte Fakten gibt. Eine der Legenden besagt, dass ein indischer Sufi namens Baba Budan zu Beginn des 17. Jahrhunderts sieben Kaffeepflanzen von seiner Pilgerfahrt nach Mekka mitbrachte, weil er den Rückweg über die Hafenstadt Mokka im Jemen genommen hatte. Er baute fortan Kaffee an und begründete damit die indische Kaffeekultur. Indischer Kaffee wird vorwiegend im Süden des Subkontinents angebaut (Bundesstaaten Tamil Nadu, Karnataka und Kerala), dort liegt der sogenannte indische Kaffee-Gürtel. Die dominierende Sorte bei indischem Kaffee ist Robusta, sie macht 60 Prozent der Produktion aus, der Rest sind Arabica- und Mischsorten. Indischer Kaffee weist auch bezüglich der Zubereitung Besonderheiten auf, die sich ebenfalls aus der Geschichte erklären. Der Indien Malabar Monsooned Kaffee – also Monsun-Kaffee – wurde lange vor der Industrialisierung des Landes erfunden, er basiert auf der Seereise der Bohnen nach Europa. In den Monaten auf dem Schiff nahmen die Bohnen viel Luftfeuchtigkeit auf und veränderten dabei ihren Geschmack und auch ihre Farbe. Die Europäer gewöhnten sich an diese kaffeesäckeBesonderheit, die als indischer Kaffee geschätzt wurde, und mochten sie auch nicht missen, als schließlich Dampfschiffe viel schneller die Transporte bewältigten, die Bohnen sehr viel trockener ankamen und damit üblichen Kaffeesorten ähnelten. Um ihr Alleinstellungsmerkmal nicht zu verlieren, setzten die indischen Kaffeeproduzenten fortan einen künstlichen Prozess des feuchten Nachreifens in Gang, indem sie die Kaffeebohnen nach der Ernte auf spezielle Weise in offenen Lagerhäusern eine Weile den feuchten Monsunwinden aussetzten (Monsooning) und ihnen wiederum die feuchte Nachreife bescherten. Die durch die Witterung aufgequollenen Bohnen werden anschließend wochenlang in Säcken gelagert, dabei gibt es etwas Abfall, der dann von Hand ausgelesen wird.

Indischer Kaffee: Besonderheiten und Rezepte

Der indische Kaffee weist weniger Säure auf und ist damit magenfreundlicher, im Geschmack erscheint er weich und rund mit einem kraftvollen, würzigen Körper. Er wird nach wie vor von Hand gepflückt und nass aufbereitet sowie 36 Stunden fermentiert, die Trocknung erfolgt in der Sonne. Ein Rezept wäre indischer Masala-Kaffee, der mit Kardamom, Zimt, braunem Zucker und Milch zubereitet wird. Bei der Zubereitung wird Zimt zusammen mit Kardamomsamen in Milch aufgekocht, dann kommt der Kaffee hinzu, der kräftig geschüttelt wird, bis es schäumt.

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