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Sie sind der unangefochtene Klassiker in den meisten deutschen Küchen, und das aus gutem Grund: Eine Filterkaffeemaschine macht ganz unkompliziert guten Kaffee. Man muss nicht jede Tasse einzeln brühen, sondern erhält in wenigen Minuten eine volle Kanne für die ganze Familie oder den Besuch. Kein Schnickschnack, keine aufwändige Technik, einfach auf den Knopf drücken und fertig.

Wenn man sich ansieht, was für hochkomplexe Kaffeemaschinen heutzutage in den Regalen stehen – die Übersicht zeigt dir die riesige Bandbreite an modernen Brühsystemen auf dem Markt –, wirkt der simple Filteraufguss daneben regelrecht bodenständig. Aber das ist der Knackpunkt. Für eine Filterkaffeemaschine braucht man keine Barista-Kenntnisse und muss auch keine blinkenden Touchscreens bedienen können, um einen leckeren Kaffee zu zaubern. Es geht schlichtweg um solide, ehrliche Technik, die den Alltag erleichtert. Welche Ausstattungsdetails dabei wirklich Sinn machen und worauf du beim Kauf achten musst, zeigen wir jetzt im Detail auf.

Aufbau und Funktionsweise einer Filterkaffeemaschine

Das Grundprinzip ist seit Jahrzehnten nahezu unverändert: Man füllt kaltes Wasser in den Tank. Unten im Gehäuse sitzt ein Heizelement, welches das Wasser erhitzt, bis es durch den entstehenden Druck durch ein Rohr nach oben in den Brühkopf gedrückt wird. Von dort tropft es dann langsam in den Filter auf den gemahlenen Kaffee.

Während das heiße Wasser durch das Pulver sickert, lösen sich Aromen. Das fertige Heißgetränk landet schließlich unten in der Glaskanne oder in einer Thermoskanne. Das System einer Filterkaffeemaschine ist simpel, aber absolut effektiv.

Der Papierfilter dient nicht nur zum Filtern des Kaffees, sondern hat noch einen weiteren großen Vorteil. Es kommt nämlich immer wieder mal die Frage auf: Ist Filterkaffee gesünder als Kaffee aus dem Vollautomaten? Das kann klar mit „Ja“ beantwortet werden. Kaffeebohnen enthalten von Natur aus bestimmte Fette, die sogenannten Diterpene, und vor allem Cafestol. Diese Stoffe können den Cholesterinspiegel im Blut hochtreiben. Deshalb raten Mediziner bei der Frage, welche Kaffeezubereitungsmethode die gesündeste ist, bei Cholesterinproblemen gerne zu ganz normalem Filterkaffee. Der Papierfilter saugt die Kaffeefette einfach auf und hält sie zurück.

Dagegen landen sie bei einer French Press oder auch bei einem Vollautomaten nahezu ungefiltert in der Tasse. Das Metallsieb eines Vollautomaten hält zwar die Kaffeekrümel zurück, aber die flüssigen Kaffeeöle und Fette fließen durch die feinen Löcher mit durch. Das führt dann zu der schönen goldbraunen Crema auf dem Kaffee, die zu einem großen Teil aus genau diesen durchgelassenen Ölen besteht. Bei der French Press passiert das Gleiche. Ein Papierfilter funktioniert hingegen wie ein Löschblatt und saugt das Öl auf, bevor es in die Kanne tropfen kann.

Bauarten und Ausstattungsmerkmale im Überblick

Wenn du dich auf dem aktuellen Markt umschaust, wirst du feststellen, dass die Industrie das Prinzip der Filterkaffeemaschine in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt hat. Es gibt natürlich nach wie vor die ganz einfachen Geräte für den schnellen Kaffee am Morgen vor der Arbeit bis hin zu ausgefeilteren Modellen mit manuellen Einstellungsmöglichkeiten und Extras.

Modelle mit integriertem Mahlwerk

Der intensive Duft von frisch gemahlenen Bohnen verspricht einen perfekten Start in den Tag. Dafür muss man mittlerweile nicht mehr in ein Café gehen, sondern kann das auch zuhause haben. Eine Filterkaffeemaschine mit Mahlwerk kombiniert den klassischen Aufguss mit eben dieser Frische, die man sonst nur von teuren oder Profi-Systemen kennt. Hier verwendest du die vollen Bohnen anstatt fertigen Kaffeepulvers und füllst sie in den Bohnenbehälter, der oben auf der Filtermaschine sitzt. Das Mahlwerk zerkleinert die Bohnen automatisch, bevor es ans Brühen geht.

Sobald die Kaffeebohne aufgebrochen wird, werden die Aromastoffe an die Luft abgegeben und hüllen deine Küche in diesen herrlichen Duft von frisch gemahlenem Kaffee. Oft kannst du den Mahlgrad in mehreren Stufen einstellen. Ein feinerer Mahlgrad sorgt für einen kräftigen Geschmack, während eine grobe Einstellung den Kaffee milder werden lässt.

Thermoskanne versus Glaskanne: Ein Vergleich

Deine Filterkaffeemaschine kann mit einer Thermoskanne oder einer Glaskanne ausgestattet sein. Dabei ist eine Filterkaffeemaschine mit Thermoskanne extrem praktisch, wenn du deinen Kaffee gerne auf Vorrat brühen willst. Die Isolierkanne ist doppelwandig und hält deshalb den Kaffee über mehrere Stunden hinweg angenehm heiß, ohne dass ein bitterer Beigeschmack entsteht. Das ist zum Beispiel für das Homeoffice oder auch auf Ausflügen ideal.

filterkaffeemaschine-glaskanne

Die traditionelle Glaskanne punktet mit ihrer zeitlosen Optik und steht auf einer Warmhalteplatte, die den Kaffee von unten auf Temperatur hält. Wenn der Kaffee allerdings zu lange auf der heißen Platte steht, fangen die Schwebstoffe durch die Hitze irgendwann an zu oxidieren. Dann bekommt der Kaffee den gefürchteten bitteren Beigeschmack. Moderne Glaskannen-Maschinen haben mittlerweile eine EU-Vorgabe eingebaut, damit sich die Heizplatte spätestens nach 40 Minuten automatisch abschaltet. Aber auch in dieser Zeit kann der Geschmack schon merklich leiden.

Kompakte Filterkaffeemaschinen für geringen Platzbedarf

Nicht jeder hat in seiner Küche Platz für eine riesige Kaffeestation. In diesem Fall ist es sinnvoll, sich eine kleine Filterkaffeemaschine anzuschaffen. Es gibt kompakte Modelle, die speziell für kleine Haushalte konzipiert sind. Normalerweise brühen sie überschaubare Mengen von etwa vier bis maximal sechs kleinen Tassen pro Durchlauf.

Auch wenn die Stellfläche platzsparend ist, musst du bei den aktuellen Modellen keineswegs auf eine gute Technik verzichten. Sie erhitzen problemlos das Wasser, sind leicht zu reinigen und passen dank ihres schmalen Designs auch in winzige Küchenzeilen oder beispielsweise in einen Wohnwagen.

Faktoren für optimalen Geschmack beim Brühvorgang

Dass der Kaffee in deinem Lieblingscafé manchmal etwas „runder“ schmeckt, liegt in erster Linie an zwei Dingen: der Wahl der Kaffeesorten und der perfekten Extraktion beim Brühvorgang. Aber dieses Top-Niveau kannst du auch in deiner eigenen Küche erreichen.

Die Form der Filter sorgt für eine unterschiedliche Durchlaufzeit, je nachdem, ob sie spitz oder ein flacher Korb sind. Das Verhältnis von Wasser und Kaffeepulver spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Weniger Pulver macht den Kaffee leichter und ein bisschen süßer, mehr Pulver sorgt für einen starken Kaffee, der auch etwas bitterer schmecken kann.

Eine integrierte Blooming-Funktion funktioniert dahingehend, dass die Maschine das Kaffeepulver am Anfang leicht anfeuchtet und es aufquellen lässt. So können die Röstgase entweichen. Danach läuft das Wasser wesentlich gleichmäßiger durch die Maschine und bringt das volle Aroma in die Kanne.

Die Bedeutung von Brühtemperatur und Wasserqualität

Oft scheitert der perfekte Kaffee nicht an dir, sondern schlicht und einfach an der Technik. Die Maschine gibt die Hitze vor, aber bei günstigen Modellen ist das manchmal ein Problem. Zu heißes Wasser löst zu viele aggressive Bitterstoffe aus dem Pulver, dann kann der Kaffee leicht verbrannt schmecken. Wenn das Wasser allerdings zu kalt läuft, wird der Kaffee flach und etwas säuerlich.

Die ideale Brühtemperatur liegt konstant zwischen 92 und 96 Grad Celsius. Günstige Einstiegsmaschinen schwanken hier manchmal, während hochwertige Modelle exakt diese Temperaturspanne garantieren. Die Temperaturstabilität ist über alle Systemgrenzen hinweg das absolute A und O. Wenn du wissen willst, wie dies bei weitaus professionelleren Geräten gelöst wird, wirf gerne einen Blick auf unseren Artikel über Siebträgermaschinen.

Neben der exakten Hitze ist das Wasser selbst eine oft unterschätzte Zutat. Ist dein Leitungswasser sehr kalkhaltig, neutralisiert es die Fruchtsäuren des Kaffees. In dem Fall hilft ein Wasserfilter im Tank, oder du verwendest beispielsweise stilles Mineralwasser.

Hinweise zur Bedienung und richtigen Reinigung

Die Bedienung einer herkömmlichen Filterkaffeemaschine ist völlig unkompliziert, aber einige smarte Zusatzfunktionen machen den Umgang wesentlich komfortabler. So ist beispielsweise ein integrierter Timer extrem praktisch: Du füllst am Vorabend Wasser und Pulver ein, programmierst die Uhrzeit, und die Maschine startet morgens von ganz allein, dann hast du pünktlich zum Frühstück deinen Kaffee schon fertig gebrüht.

Damit du lange etwas von deiner Kaffeemaschine hast, musst du sie natürlich regelmäßig reinigen. Kaffeeöle sind extrem hartnäckig und lagern sich im Filter, am Tropfventil und in der Kanne ab. Wenn diese Rückstände dann erst mal ranzig werden, verfälschen sie den Geschmack. Am besten reinigst du alle herausnehmbaren Teile nach jedem Gebrauch mit heißem Wasser.

Besonders wichtig ist regelmäßiges Entkalken. Kalkablagerungen am Heizelement verlängern die Durchlaufzeit und senken zudem die Wassertemperatur. Am besten nutzt du Entkalker auf der Basis von Zitronensäure, um die feinen Dichtungen zu schonen.

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Die passende Filterkaffeemaschine für deine Anforderungen finden

Nachdem wir nun die verschiedenen Aspekte beleuchtet haben, die eine Filterkaffeemaschine ausmachen, stellt sich die Frage: Lohnt sich die Anschaffung einer Filterkaffeemaschine?

Auf jeden Fall! Wenn du morgens schnell, stressfrei und unkompliziert gleich mehrere Portionen aufbrühen möchtest, gibt es auf dem Markt kein effizienteres System. Der Preis pro zubereiteter Tasse ist unschlagbar günstig, die Handhabung ist extrem einfach, und der ökologische Fußabdruck ist bei Papier- oder Dauerfiltern absolut vorbildlich. Zudem bietet dir der klassische Filteraufguss eine erstaunlich klare Geschmacksvielfalt.

Wenn du allerdings eher Milchschaumspezialitäten wie Café Latte oder Cappuccino vorziehst und deinen Kaffee lieber flexibel Tasse für Tasse auf Knopfdruck frisch brühen möchtest, bist du mit anderen Kaffeemaschinen vermutlich glücklicher. In diesem Fall empfehlen wir dir unseren Bereich für Kaffeevollautomaten.

Am besten wägst du in Ruhe ab, was dir am Ende am wichtigsten ist, und suchst dir dann das Modell aus, das am besten zu deinem Alltag passt.

Koffeinhaltige Grüße,
Das Kaffee-Wiki Team

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